Werner Scholem

Ein Leben für die Revolution

2017
21 Min.
Elitsa Kirova, Jacob Hanitzsch


Ort: Gefängnis „Roter Ochse“, Haftaufenthalt

Als jüdischer Reichstagsabgeordneter war Werner Scholem ein gefundenes Ziel für antisemitische Angriffe. Der Abdruck seines Gesichts diente den Nationalsozialisten für die Ausstellung “Der ewige Jude”. In Halle (Saale) arbeitete der entschiedene Kriegsgegner vor seiner Abgeordnetenzeit als Zeitungsredakteur und war hier später im Roten Ochsen inhaftiert. Sein von Sozialismus und Zionismus geprägter Lebensweg endet im KZ Buchenwald.

Fahndungsfoto von Werner Scholem. Quelle: Screenshot aus dem Film

In dem Beitrag rekonstruieren Elista Kirova und Jacob Hanitzsch mithilfe von Historiker Ralf Hoffrogge den turbulenten Lebensweg Scholems. Schon als junger Mensch mit der Ungerechtigkeit des Krieges konfrontiert, setzte er sich sein Leben lang mit Fakten, Kritik und Provokation gegen Restauration, alte Gewalten, Reformunwilligkeit zur Wehr.

„Scholem war einfach das Zerrbild des jüdischen Bolschewisten. Scholem eignete sich sehr für die Nazi-Propaganda, um daran festzumachen „da sind sie ja halt diese Juden und Kommunisten. Der ganze Kommunismus ist jüdisch unterwandert“ und so weiter, wo halt sein politisches Engagement völlig auf seine Eigenschaft als Jude reduziert wird.“

Ralf Hoffrogge
Historiker

Mehr über Werner Scholem

Über Werner Scholem wurden schon mehrere Biographien verfasst. Darunter sind die Werke

Werner Scholem war 1917 im „Roten Ochsen“ in Halle (Saale) für Majestätsbeleidigung inhaftiert. Heute beinhaltet der Gebäudekomplex eine Gedenkstätte. Außerdem erinnert das „Mahnmal zur Erinnerung an die ermodeten Reichstagsabgeordneten“ vor dem Berliner Reichstagsgebäude an Schicksale wie Scholems. Auch ein Stolperstein in der Kloppstockstraße 18, Berlin gedenkt dem Parlamentarier.