Von Stolperstein zu Stolperstein

2012
6 Min.
Timo Leich, Christopher Roos


Der Film von Stolperstein zu Stolperstein spielt in der Innenstadt von Halle.


Der Mann hinter dem Projekt „Stolpersteine“

Gunter Deming ist am 3. November 2012 mit seinem roten Auto auf dem Weg nach Halle. Im Gepäck: neue Stolpersteine für die Händelstadt. Einen Tag begleiten ihn die MMA-Studenten Timo Leich und Christopher Roos und fragen den Künstler und Initiator des Projekts Löcher in den Bauch.

Gunter Deming beim Verlegen eines Stolpersteins.

Für die Stolpersteine 60.000 Kilometer durch Europa

Seit 1992 gibt es das Projekt der goldenen Steine. Mittlerweile finden sich in ganz Europa die kleinen Gedenktafeln. Die Nachfrage nach der Erinnerungskunst ist stetig gestiegen. Deming fährt um die 60.000 Kilometer im Jahr durch ganz Europa, um die Steine zu verlegen. Alleine sei das nicht mehr zu schaffen. Im Jahr 2012 besteht sein Team aus fünf Angestellten. Werbung braucht er für das Projekt nicht zu machen. Die Menschen kommen auf ihn zu. 

„Es ist eine völlig eine andere Arbeit als im Atelier. Es sind nicht die Steine das Kunstwerk sondern man kann sagen, es ist im Ganzen eine soziale Skulptur geworden.“

Gunter Deming im Film „Von Stolperstein zu Stolperstein“

Die Geschichte hinter den Namen

Obwohl das Projekt für den Berliner Künstler seit 30 Jahren vor allem viel Arbeit bedeutet, denkt er nicht ans Aufhören, zu viel bedeuten ihm die Geschichten hinter den Namen auf den Steinen. Im November 2023 verlegte Deming in Nürnberg den 100.000 Stolperstein. 

Mehr über die Stolpersteine

Der Film von Stolperstein zu Stolperstein spielt in der Innenstadt von HalleIm September 2022 wurde zum Beispiel in der Reilstraße 18 ein Stolperstein für die Holocaust-Überlebende Eva Kanner verlegt. Eine detaillierte Liste über die in Halle verlegten Stolpersteine finden sich in dem Buch „Hier wohnte… Stolpersteine in Halle an der Saale“. Das Buch ist erhältlich beim Verein erlebter Geschichte in Halle.