Zwangsarbeit im KZ-Außenlager Birkhahn
2021
9 Min.
Alexandra Pubantz, Jenny Lehmann, Maren Wilczek
Denkmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Buchenwald der Siebel-Flugzeugwerke Halle-Mötzlich
Dessauer Straße 153, 06118 Halle
Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es in Halle an der Saale rund 120 Außenlager des KZ-Buchenwald. In diesen Lagern wurden ausländische Zwangsarbeitskräfte, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern untergebracht. Eins dieser Lager war das Außenlager Birkhahn, bestehend aus 10 Baracken für 1000 Personen umgeben von einem Zaun mit Starkstrom. Die hier lebenden Zwangsarbeiter:innen mussten für die Siebel-Flugzeugwerke in Halle-Mötzlich arbeiten.

Die Flugzeugwerke, die durch die Produktion von Kriegsflugzeugen eine offizielle Anerkennung ihrer Kriegsleistung erhielten, beschäftigten seit 1941 Zwangsarbeiter:innen. Rund die Hälfte der dort beschäftigten Arbeiter:innen seien ausländische Zwangsarbeitskräfte gewesen. Im Sommer 1944 wurden die ersten Häftlinge aus Buchenwald nach Birkhahn geschickt, im September wurde ihre Zahl auf 1000 erhöht. Auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers ist heute der Kleingartenverein „Freundschaft“ e.V. Im Eingangsbereich erinnert ein Gedenkstein an die Geschichte des Ortes. An der Endhaltestelle „Frohe Zukunft“, neben dem ehemaligen Eingang zu den Werken, wurde ebenfalls ein Gedenkort errichtet.
„Der Kommandant des Lagers behandelte die Häftlinge am grausamsten. […] Er gab den Häftlingen Fußtritte und schlug sie bei jeder Gelegenheit.“
Mieczyslaw Plachecki – ehemaliger Häftling im Lager Birkhahn
Im Kurzfilm wird die Geschichte des Außenlagers und der Siebel-Flugzeugwerke näher beleuchtet. Erfahrungsberichte ehemaliger Zwangsarbeiter:innen geben Einblicke in die menschenunwürdigen Umstände, die in dem Lager herrschten.
Mehr über das KZ-Außenlager Birkhahn
Heute erinnern zwei Orte in Halle (Saale) an das ehemalige Außenlager:
- ein Denkmal für die Opfer des KZ-Außenlagers Buchenwald der Siebel-Flugzeugwerke Halle-Mötzlich in der Dessauer Straße
- ein Gedenkstein im Eingangsbereich des Kleingartenvereins „Freundschaft“ e.V.
