Stolpersteine

Spurensuche in Halle

2009
10 Min.
Anja Heinicke


Meckelstraße 4, 06112, Halle (Saale)


Bis 1939 lebt Alfred Löwe in einem Haus in der Meckelstraße in Halle. Als Gunter Demnig hier im Dezember 2007 einen Stolperstein verlegt, treffen sich Hinterbliebene und erinnern gemeinsam an den jüdischen Kaufmann. Obwohl Löwe als Soldat im Ersten Weltkrieg kämpft und sich als Deutscher sieht, muss er miterleben, wie seine Existenz immer weiter eingeschränkt wird. Sein Leben endet in der Tötungsanstalt Bernburg, wo man ihn mit Autoabgasen ermordet.

Das Projekt eines Künstlers

Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine in deutschen Städten. Im Film ist er zu sehen, wie er den Stein von Alfred Löwe vor dessen ehemaligen Wohnhaus einsetzt. Seit 1997 verlegt der Künstler zur Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus die goldenen Steine. Das Projekt wurde in über 1200 deutschen Kommunen realisiert.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das Konzept überhaupt realisiere. Für mich war das ein konzeptuelles Kunstwerk für den Aktenordner.“

Gunter Demnig
Künstler

Neben den ermordeten und deportierten Juden, erinnert der Künstler Gunter Demnig auch an Sinti und Roma, an politisch Verfolgte, an Homosexuelle, an Zeugen Jehovas und an Menschen mit Behinderung, die dem NS-Regime zum Opfer fielen. Der Film beschäftigt sich sowohl mit seiner Arbeit, als auch mit dem Einzelschicksal von Alfred Löwe.

Mehr über Alfred Löwe

  • Alfred Löwe war Kaufmann und Handelsreisender.
  • Er wurde als Jude geboren, hatte aber Probleme mit seiner jüdischen Identität. Unter anderem weigerte er sich den Namen Israel zu tragen.
  • Er heiratete eine nichtjüdische Frau und bekam mit ihr fünf Kinder.
  • Die Urne mit Alfred Löwes Asche wurde am 08.01.1941 in Halle auf dem Gertraudenfriedhof beigesetzt.

Mehr über Gunter Demnig

  • Sein Stolperstein Projekt erstreckt sich über die deutschen Grenzen hinaus. Mittlerweile liegen die Stolpersteine in 26 europäischen Ländern.
  • Demnigs Plan war es eigentlich Pilot zu werden.
  • Mit seiner Kunst Zeichen zu setzen, war schon immer Demnigs Ziel. Sein erstes Zeichen setzte er 1968 auf einer Garage, auf die er eine amerikanische Flagge malte. Die Sterne ersetzte er jedoch durch Totenköpfe. Dies brachte ihm drei Stunden „Knast“ ein, doch sein Zeichen war gesetzt.

Quellen:
Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle
Stolpersteine.eu
Gunterdemnig.de