Shattered Memories

2023
18 Min.
Clara Hoheisel, Kristina Hammermann, Theresa Lang, Robin Osthoff


Stolpersteine der Familie Kanner
Reilstraße 18, 06114 Halle


Eve Kugler wurde 1931 als Eva Kanner in Halle geboren. Sie lebte mit ihren Eltern, zwei Schwestern und ihrem Großvater in der Reilstraße 18. Im Erdgeschoss besaß ihr Vater Salomon ein Wäsche- und Textilgeschäft. Auch ihre Familie blieb nicht von der Verfolgung jüdischer Menschen durch die Nationalsozialisten verschont. Während der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde das Geschäft des Vaters zerstört, die Wohnung der Familie durchsucht und Salomon verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht.

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Kanner in der Reilstraße 18

Für Eve und ihre Familie begannen schwere Jahre, in denen sie immer wieder getrennt wurden und unter verschiedenen Identitäten an verschiedenen Orten leben mussten. Salomon konnte Buchenwald dank einer Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich wieder verlassen, während die Mutter Amalia in ein sogenanntes „Judenhaus“ am halleschen Hauptbahnhof ziehen musste. Die Kinder mussten nach Leipzig. Im Juli 1939 konnte Amalia schließlich mit den Kindern Salomon nach Paris folgen. Bald darauf wurde die Familie wieder getrennt. Eve und ihre Schwester Ruth kamen in ein Kinderheim, von wo aus sie mit einem Kindertransport in die USA reisten. Im Frühjahr 1946 traf die Familie schließlich am Hafen in New York wieder aufeinander.

Zitat folgt“

Der MMAutor

2022 wurden vor der Reilstraße 18 die Stolpersteine der Familie Kanner verlegt. Eve Kugler war während der Verlegung anwesend. In Shattered Memories erinnert sie sich an die Pogromnacht und ihre Flucht und erzählt, welche Auswirkungen diese Zeit noch immer auf ihr Leben hat.

Mehr über Eve Kugler

Bücher: 1997 erschien das Buch „Shattered Crystals“ von Eve Rosenzweig Kugler und ihrer Mutter Mia Amalia Kanner.

Museen und Gedenkorte: Die Stolpersteine der Familie Kanner sind 2022 vor der Reilstraße 18 verlegt wurden.