2015
14 Min.
Christin Iffert, Jessica Zanner
Drei Stolpersteine in der ehemaligen Kurfürstenstraße 75 erinnern heute an das grausame Schicksal der Familie Cohn.
Die Straße ist heute als Feuerbachstraße bekannt und liegt im Paulusviertel.
Es ist Vorsicht geboten. Es sind im Film ohne Vorwarnung Geräusche von KZ-Häftlingen in der Gaskammer zu hören.
Wenn Sie das nicht hören möchten, besteht die Möglichkeit im Film die Minuten von 3:25 bis 4:27 zu überspringen.
Im Film wird die Geschichte der jüdischen Familie Cohn thematisiert, die zunächst von Liebe und Familiennähe handelt. Die Geschichte ist darüber hinaus von sukzessiver Entrechtung, Inhaftierung und schließlich Deportation geprägt. Im Film zu sehen und zu hören ist auch Heidi Bohley, eine Ehrenamtliche des Vereins „Zeitgeschichte(n) in Halle“. Zudem äußert sich Dr. Alfredt Gottwaldt – ein Historiker mit dem Schwerpunkt Deutsche Reichsbahn – zu der Systematik der Deportationszüge der Nazis im Jahr 1942, von denen einer der Zug war, in dem die Familie Cohn saß.

Richard Cohn wird in der Reichspogromnacht 1938 festgenommen und in Buchenwald inhaftiert. Die Geburt seiner Tochter Hannacha wenige Tage später erlebt er nicht mehr mit. Auf Drohung der Gestapo wandert Richard kurz nach der Verhaftung nach England aus. Seine Frau Recha und Tochter Hannacha bleiben in Halle zurück, wo auch einige Familienangehörige leben. Im Mai 1942 fordern die Nazis Recha dazu auf, mit ihrer Tochter in den Osten umzusiedeln. Schon einen Monat später sitzen sie im Deportationszug nach Sobibor. Auch Thekla – Recha’s Schwiegermutter – sitzt mit im Zug. Sie hatte nicht alleine zurückbleiben wollen.
„Die Absicht war, sämtliche Insassen des Zuges innerhalb der nächsten fünf Stunden zu ermorden.“
Dr. Alfredt Gottwaldt
Historiker
Der Deportationszug startet bereits in Kassel und fährt bis nach Sobibor, einen weit entfernten Ort an der polnisch-ukrainischen Grenze.
In Sobibor angekommen, endet das Gleis kurz vor dem Wald. Die Nazis trennen die Männer von den Frauen und Kindern und nehmen ihnen ihr Hab und Gut ab. In Gruppen von 10 Personen werden die Reisenden dazu aufgefordert, sich zu den Barracken zu begeben. Nach 10-15 Minuten sind die Deportierten durch Einatmen von Kohlenmonoxid nicht mehr am Leben.
