Gemeinsam gegen die Verfolgung

Das Schicksal von Wera und Carl Tubandt

2015
10 Min.
Marco Härtl, Simon Leimig



Carl-von-Ossietzky-Straße 16, 06114 Halle (Saale)


Wera und Carl Tubandt an ihrem Hochzeitstag. Quelle: Screenshot aus dem Film.

Wera Tubandt wurde 1881 in Odessa geboren, als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns. Sie studierte Chemie an der Universität Halle, wo sie Carl Tubandt kennenlernte, einen Sohn einer evangelischen Handwerkerfamilie aus Halle. Beide promovierten im Jahr 1904, Carl in Halle und Wera in Gießen. Sie heirateten später und wurden das erste Paar in Deutschland, bei dem beide Partner promoviert waren.

Ihre Ehe brachte zwei Töchter hervor, Wera und Katharina. 1927 erwarben sie ein Haus in der Bismarckstraße 16, heute Carl-von-Ossietzky-Straße. Carl Tubandt verlor 1937 seine Stelle am Institut für physikalische Chemie, als er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen. Das Paar zog zu ihren Töchtern nach Berlin, wo Carl 1942 starb.

Wera Tubandt nahm sich vor ihrer Deportation nach Auschwitz im Jahr 1944 das Leben.

„Das hat auf mich einen sehr großen Eindruck gemacht, dass hier zwei Menschen, die sich lieben bis zum bitteren Ende unzertrennlich miteinander verbunden waren.“

aus dem Film „Gemeinsam gegen die Verfolgung – Das Schicksal von Wera und Carl Tubandt“