Die Drei Schwestern

Jüdische Kaufhäuser in Halle (Saale)

2019
12 Min.
Ulrike Kuhrt, Steffen Wrede, Christin Pomplitz


Forsterstraße 13, 06112 Halle


Einst im Besitz jüdischer Familien, wurden die ehemaligen Kaufhäuser Huth, Lewin und Löwendahl während der Zeit des Nationalsozialismus enteignet und ihre Eigentümer aus Halle vertrieben. Heute beherbergen diese Gebäude moderne Geschäfte und Büros, und nur wenige, die dort einkaufen gehen oder arbeiten, sind sich des tragischen Schicksals ihrer ursprünglichen Besitzer bewusst.

Denkmal für die Opfer des Faschismus

Hinter den schicken Fassaden und geschäftigen Treiben verbirgt sich die Geschichte, die eng mit dem jüdischen Erbe von Halle verbunden ist. Sie spiegelt die Zerstörung und Entfremdung wider, die viele jüdische Gemeinden während des Holocausts erlebten. Trotz des offensichtlichen Wandels, den diese Gebäude durchgemacht haben, bleibt ihre Vergangenheit tief verwurzelt und erinnert an die Opfer.

„Im Grunde hat man den jüdischen Menschen den Besitz geraubt. Es musste alles abgegeben werden […] und die Familien mussten aus ihren Häusern ausziehen.“

Cornelia Zimmermann
Stellvertretende Direktorin des Stadtmuseums Halle

Im Jahr 1933 lebten in Halle an der Saale 1.086 Juden. Durch Stolpersteine in der Forsterstraße 13 wird an die ehemaligen Besitzer der Kaufhäuser Huth, Lewin und Löwendahl erinnert.

Mehr über jüdische Kaufhäuser in Halle

Ein Artikel der Mitteldeutschen Zeitung beschreibt die erfolgreiche Entwicklung des Kaufhauses durch die Geschwister Loewendahl im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie seine Bedeutung als Anlaufstelle für elegante Mode der gehobenen Klasse. Heute befindet sich an dem Standort das Unternehmen „Ann Christin“.