2023
12 Min.
Laura Klar, Laura Große, Sophia Sailer, Sophie Tiedemann
Junkers Flugzeugbau Stammwerk Dessau, ehemals Cöthener Kreisstraße, jetzt Junkersstraße 35, 06847 Dessau-Roßlau.
„Das Zeichen Ost“ beleuchtet die Erfahrungen der Ostarbeiter:innen während des Zweiten Weltkriegs im Junkers Flugzeugbau Stammwerk Dessau. Der Film handelt von drei aus der Ukraine stammenden Arbeitenden, die zur Zwangsarbeit durch die Nationalsozialisten nach Deutschland verschleppt wurden.
Durch persönliche Briefe wird deutlich, wie Jewgenija Michailowna Adamenko, Wladimir Sacharowitsch Woloschenko und Antonina Bubyr unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten mussten. Körperliche Gewalt durch deutsche Aufseher, die ständige Hungersnot im Lager und die Abschottung von ihren Familien in der Heimat werden thematisiert. Der Film gibt mit den drei Protagonist:innen den Ostarbeiter:innen in Dessau während des Nationalsozialismus eine stellvertretende Stimme.

Trotz der dokumentierten Beweise und persönlichen Berichte von Überlebenden, kämpfen die Ostarbeiter*innen auch heute noch um Anerkennung und Entschädigung von den deutschen Behörden. Viele von ihnen, wie Jewgenija Michailowna Adamenko, sehen sich mit bürokratischen Hindernissen konfrontiert, da die deutschen Archive angeblich zerstört wurden oder ihre Aufzeichnungen nicht existieren.
„Wir kamen in der Stadt Dessau an. Ringsum sah ich Stacheldraht und Baracken. Man hat gesagt, dass in dem Lager etwa 15 000 Menschen waren.“
Zitat aus dem Film
Diese neue Problematik führt zu einem weiteren Trauma für die Überlebenden und ihren Familien, da ihr Leid und ihre Geschichte oft nicht anerkannt und damit vergessen werden. Die Bemühungen der Überlebenden, ihre Geschichten zu dokumentieren, sind von großer Bedeutung, um die Wahrheit über die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie wieder geschehen.