2015
10 Min.
Christina Brause, Stefanie Weiser
Rathenauplatz 14, 06114 Halle
Der Jurist Max Fleischmann trug maßgeblich zur Entwicklung des Zeitungswesens bei. Er setzte im Jahr 1927, die Gründung des renommierten Instituts für Zeitungswesen in Halle (Saale) durch. Mit einem tiefen Verständnis für die Bedeutung einer freien Presse und ihrer Rolle in der Gesellschaft setzte sich Fleischmann leidenschaftlich für die Förderung und Stärkung dieser Institution ein.

Trotz seiner bedeutsamen Beiträge und seiner vielversprechenden beruflichen Laufbahn stand Max Fleischmann im Jahr 1935 vor einer existenziellen Herausforderung. Die aufkommende Bedrohung des NS-Regimes zwang ihn dazu, seine Karriere vorzeitig zu beenden. Das markierte einen Wendepunkt in seinem Leben und ließ ihn mit den schrecklichen Konsequenzen der politischen Unterdrückung konfrontiert zurück.
„Durch die Rassengesetze der Nationalsozialisten dürfen Juden keine Ämter mehr besetzen, Fleischmann muss die Leitung des Instituts für Zeitungswesen abgeben“
aus dem Film „Das Leben von Max Fleischmann“
Durch den Verlust seines Lebenswerks und die Verfolgung durch die Nationalsozialisten verschlechterte sich seine psychische Verfassung immens. 1943 nahm er sich das Leben. Ein Stolperstein in der Rathenaustraße 14 in Halle (Saale) erinnert seit 2006 an sein unermüdliches Engagement für die Pressefreiheit und seine bedeutsamen Beiträge zur Entwicklung des Zeitungswesens.
Mehr über Max Fleischmann
In folgenden Büchern finden sich weitere Informationen zu seiner Biografie und seiner Tätigkeit als jüdischer Jurist im „Dritten Reich“:
- Gertrud Schubart-Fikentscher: Fleischmann, Max. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9
, S. 236.
- Horst Göppinger: Juristen jüdischer Abstammung im „Dritten Reich“, 2. Auflage, München 1990, S. 231.
- Sebastian Schneider: Die Bibliothek Fleischmann in Tübingen – die Tübinger Juristenfakultät auf Schnäppchenjagd? In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Jg. 75 (2016), S. 277–290.
Außerdem bieten die Heinrich-Böll-Stiftung und die Jüdischen Gemeinde regelmäßig Rundgänge zu den Stolpersteinen in Halle an. Diese führen auch zu seinem Stolperstein und einer Straße im Stadtteil Giebichenstein, die am 21. August 1946 nach ihm benannt wurde.
