2019
6 Min.
Florian Pontalti, Björn Berger
Ort: Sternstraße 11 und Mühlweg 36, Halle (Saale)
Bei der von Himmler angeordneten Polenaktion werden 1938 Juden gewaltsam und ohne Vorwarnung verhaftet und abgeschoben. Der Beitrag zeigt den Ablauf und die Folgen der Aktion sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene in Halle. Dabei sollen innovative Kartenansichten helfen, das Ausmaß der Massendeportationen zu begreifen.

Nachdem sie am 27.10.1938 aus ihrer Heimat Halle (Saale) an die polnische Grenze deportiert werden, suchen die Familien der Geschwister Jenny Padawer und Yedidia Geminder in ihrem Geburtsort Mielec Zuflucht. Es folgen Jahre der Unruhe und Trennung im Ghetto Debica und den Konzentrationslagern Krakau-Płaszów und Stutthof. Erst nach Kriegsende trifft Heinrich in den USA wieder auf Helene und Lore Geminder und beginnen ein neues gemeinsames Leben. Yedidias Tochter Irene Geminder trennt sich in Krakau von ihrer Mutter und Schwester und verbringt ihr restliches Leben in Israel.
„In Anbetracht der steigenden Feindlichkeit, die den Juden in Deutschland entgegenschlug, wollte Yedidia seine Familie außer Landes bringen. Im Jahr 1938 sollte es soweit sein. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät.“
aus dem Film „An den Händen ihrer Mütter“
Mehr über Irene Geminder und die Polenaktion
Irene Erbert (geb. Geminder) schrieb ihre Erinnerungen in „Ich bin allein und bang – Ein jüdisches Mädchen in Polen 1939 – 1945“ (2007) nieder.
An die Polenaktion erinnert heute noch der „Gedenkstein für die polnischen Juden“ am Altonaer Bahnhof in Hamburg.

