
Dokumentarische Kurzfilmreihe
STOLPERSTEINE. Filme gegen das Vergessen
Die Kurzfilmreihe „Stolpersteine. Filme gegen das Vergessen“ erinnert an Menschen, die ihr Leben durch das NS-Regime verloren haben. Jeder Jahrgang des Masterstudiengangs Multimedia und Autorschaft (Universität Halle) dreht hierfür Filmbeiträge, die öffentlich gezeigt und über YouTube publiziert werden. So helfen die Studierenden, die Erinnerung an die NS-Opfer zu bewahren und für dieses dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit zu sensibilisieren.
Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig dienen als Ausgangspunkt der Recherchen. Demnig verlegt die Steine europaweit vor den letzten frei gewählten Wohnstätten von NS-Opfern. Sie erinnern an deren Namen und Schicksal. Inzwischen hat Demnig über 70.000 Stolpersteine verlegt, mehr als 250 davon in Halle. Die Filme der Studierenden geben den Namen auf den Steinen ein Gesicht und eine Geschichte. Sie thematisieren aber auch die großen Zusammenhänge und berichten von der Deportationslogistik, Zwangsarbeit oder von den Euthanasie-Programmen in psychiatrischen Haftanstalten. Durch die Verbindungen der Menschen zum Land Sachsen-Anhalt werden ihre Schicksale dabei lokal greifbar.

Unsere Studierenden sind in der Recherche direkt mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und den Lebensumständen ihrer Opfer konfrontiert. In Vorbereitung auf ihre Beiträge lernen sie die theoretischen, praktischen und technischen Grundlagen des Filmemachens an der Universität Halle. Sie treffen Zeitzeug:innen und Nachfahren, recherchieren in Archiven und Bibliotheken nach Erinnerungen und fragen Expert:innen nach Fakten. Unterstützt werden sie dabei unter anderem vom Verein Zeit-Geschichte(n) e.V. und der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale). Das Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft Sachsen-Anhalt hat es zwei Studentinnen ermöglicht, nach Israel zu reisen, um Irene Eber zu treffen, die als Kind aus Halle vertrieben wurde und ihren Vater im Holocaust verlor.

Mehr als ein Dutzend Dokumentarfilme sind so mittlerweile entstanden. Alle Filme sind über YouTube abrufbar, werden in öffentlichen Vorführungen gezeigt und über den Server des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) allen Lehrer:innen im Bundesland zur Verfügung gestellt. Betreut und verantwortet wird das Projekt von eingeladenen Dokumentarfilmer:innen und Wissenschaftler:innen des Masterstudiengangs Multimedia und Autorschaft der Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

